Studierende sitzen auf den Holzinseln vor dem D2

Meine Lernpause der etwas anderen Art

… denn selbst in die­ser Pause wird ge­lernt, aber mit viel mehr Spaß und Ab­wechs­lung!

Immer wenn ich meine „Bud­dys“ im Lern­ca­fe tref­fe, bin ich ge­spannt, was sie mir die­ses Mal er­zäh­len. Denn es ist un­heim­lich schön zu er­fah­ren, wie schnell sich man­che Kin­der einem schein­bar un­be­schwert öff­nen und Ver­trau­en schen­ken.
 

Von den Kindern lernen

Ei­gent­lich habe ich bei die­sem Pro­jekt an­ge­fan­gen, weil ich etwas an die Ge­sell­schaft zu­rück­ge­ben woll­te, ohne dafür eine Ge­gen­leis­tung zu be­kom­men. Doch mitt­ler­wei­le habe ich das Ge­fühl, dass ich so viel mehr zu­rück­be­kom­me! Denn da­durch, dass nicht nur die Kin­der etwas von mir ler­nen, son­dern ich auch von ihnen, er­scheint es mir, als hätte ich mit die­ser neuen Her­aus­for­de­rung in meine Ent­wick­lung nach­hal­tig in­ves­tiert. Die Kin­der haben mir immer wie­der neue Per­spek­ti­ven auf­ge­zeigt und ge­lernt, über den Tel­ler­rand zu sehen.

Die­ses Se­mes­ter ist das Thema Ukrai­ne nicht nur in den Me­di­en sehr prä­sent, son­dern auch in vie­len Si­tua­tio­nen der „Bud­dys“. Ge­ra­de wenn ukrai­ni­sche Kin­der in ihre Klas­sen kamen, regte es sie oft zum Nach­den­ken an. Sie konn­ten sich mit ihnen iden­ti­fi­zie­ren, weil viele ähn­li­che Er­fah­run­gen ma­chen muss­ten. Manch­mal kamen lei­der auch trau­ri­ge Er­in­ne­run­gen an die ei­ge­ne Ver­gan­gen­heit hoch. Auf der an­de­ren Seite konn­ten sie als Stüt­ze für die neu zu in­te­grie­ren­den Kin­der fun­gie­ren und be­ka­men da­durch eine ganz neue an­spruchs­vol­le Auf­ga­be, in der viele auf­blüh­ten.

Stolz sind üb­ri­gens nicht nur die Buddy-​Kinder, wenn sie mir von einer guten Note oder einem gro­ßen Lob von der Lehr­per­son er­zäh­len, son­dern immer wie­der auch ich. Zudem war ich so man­ches Mal ein­fach nur er­staunt, wie viel bes­ser die Kin­der im Ver­gleich zu mir sind, als ich in ihrem Alter war. Damit lässt sich zei­gen, dass un­se­re frei­wil­li­ge Ar­beit den Un­ter­schied macht und mit einer klei­nen Tat viel be­wegt wer­den kann. Wenn man Men­schen um sich hat, die es gut mit einem mei­nen, ste­hen einem alle Wege offen!

Ich kann es kaum er­war­ten, zu sehen, wel­che Wege meine Bud­dys ein­schla­gen wer­den und wer weiß, viel­leicht bist du auch bald dabei, eine*n Buddy an der Hand zu neh­men und mit ihm oder ihr ein Stück des Weges zu gehen. Ich wün­sche dir auf jeden Fall schon mal viel Spaß dabei, aber der wird ganz si­cher nicht zu kurz kom­men!  

Foto von Lernbuddy Hannah Höfle

 

 

Au­torin: Han­nah Höfle, Lern­bud­dy im SoSe 2022