LexisNexis im Interview: Zur Bedeutung von Legal Tech KI
Wir haben uns bei Susanne Mortimore (CEO von LexisNexis Österreich) zur Bedeutung von Legal Tech in der Praxis erkundigt.
LexisNexis im Interview: Zur Bedeutung von Legal Tech in der Praxis
Mehr über LexisNexis erfahren Sie auf deren Website.
Welche Rolle spielt Legal Tech KI im Rechtswesen?
AI revolutioniert das Rechtswesen, und wird zu einem neuen, nicht mehr wegzudenkenden Werkzeug. Denn es hebt die Effizienz auf ein komplett neues Level und ermöglicht es Jurist:innen, sich auf komplexere und strategische Aufgaben zu konzentrieren.
Der wichtigste Schritt ist sich vielleicht zu fragen, wo liegt Ihre Kernkompetenz, wo ist der größte Hebel. Meist ist das bei Jurist:innen die rechtliche Problemlösung, und diese beruht auf Fachwissen und Knowhow: Rechtsrecherche, Texte analysieren, Erkenntnisse ableiten und daraus Klauseln, Argumente oder Emails erstellen. Für diese Anwendungen kann man AI heute direkt einsetzen, auch ohne große Änderungen Ihrer Prozesse, und Sie bekommen einen riesigen Nutzenzuwachs.
Unsere umfassende AI Lösung Lexis+ AI deckt genau diese vier Anwendungsfälle ab. Lexis+ AI wurde 2024 gelauncht und bietet präzise Textanalysen, rechtliche Antworten auf Basis hochwertiger Quellen sowie kompetente Textentwürfe nach Ihren Wünschen. Laden Sie ihre eigenen Dokumente hoch und lassen Sie diese zusammenfassen oder stellen Sie eine Frage dazu.
Inwiefern kann Legal Tech die Effizienz und Zugänglichkeit des Rechtswesens verbessern?
Legal Tech verbessert die Effizienz, indem es Abläufe schneller macht. Wir glauben aber nicht, dass die Rechtsbranche von AI ersetzt wird, sondern: wer AI nutzt hat einen Vorsprung und ist im Vorteil gegenüber jemanden, der AI nicht nutzt. AI wird also tolle Jurist:innen zu noch besseren machen, und davon profitieren letztendlich auch die Mandant:innen.
Welche Fähigkeiten sollten Studierende erwerben, um im Bereich Legal Tech erfolgreich zu sein?
Studierende sollten ein solides Rechtsverständnis mit technischen Fähigkeiten kombinieren. Kenntnisse und Erfahrung einer umfassenden Fallbearbeitung müssen neben der Nutzung von AI weiterhin erworben werden, denn nur dann ist man befähigt die Ergebnisse einer AI zu prüfen, zu verstehen und weiterzuverarbeiten. Denn wir sagen immer: Auch wenn Lexis+ eine enorm hohe Antwortgenauigkeit bietet, sollten alle AI Inhalte geprüft werden. Lexis+ AI wurde nicht dafür entwickelt rechtliche Problemlösung zu 100% zu übernehmen, sondern soll ein nützliches Werkzeug für geschulte Jurist:innen sein. Eine rechtliche Beratung benötigt berufsrechtlich auch immer eine Zurechnung zu einem Anwalt oder Anwältin.
Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie für Legal Tech & KI in den kommenden drei Jahren?
Es herrscht immer noch Skepsis gegenüber AI, und da sind wir sind uns unserer Verantwortung bewusst – Sicherheit und Verlässlichkeit stehen bei uns im Vordergrund. Responsible AI ist bei uns schon umgesetzt: Grundlegende Forderungen des EU AI Acts waren bereits davor in unseren bestehenden Regeln enthalten: Lösungen sollen erklärbar sein, menschliche Aufsicht und Datenschutz müssen eingehalten werden und Vorurteile in Daten sollen vermieden werden.
Ein weiterer Punkt: AI braucht eine gute Wissensbasis, und da sehen wir einen Trend: prägnante Inhalte sind ein wichtiger Hebel für funktionierende AI – also Fachliteratur, wie unsere Lexis Briefings, die gut und kompakt geschrieben sind, aber alle wichtigen Details abdecken. Mit den Lexis Briefings haben wir vor 7 Jahren eine neue Kategorie der Rechtsliteratur etabliert und mittlerweile stehen wir bei 3.500 Briefings zu Zivilrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht und Steuerrecht. Die hohe Qualität unserer Lexis Briefings waren einer der Gründe, wieso wir bei Lexis+ AI so schnell den Durchbruch geschafft haben. Es zeigt sich: Guter Content ist die Basis für gutes Legal Tech, und da braucht es herausragende, menschliche Expert:innen, das zählt seit Jahren zu unseren Erfolgsgeheimnissen.